Kruppa auf Medaille fixiert - Riesaer Brustspezialist bei der Olympia-Qualifikation in Berlin wie der falsche Sieger behandelt
  



Auf Jens Kruppa (Foto: SZ/Thomas Lehmann) ist Verlass. Wenn es darauf ankommt, überzeugt er mit starken Leistungen. Bei den Deutschen Schwimm-Meisterschaften, die gestern in Berlin zu Ende gingen, gewann der 28-Jährige vom SC Riesa zwei Titel (100 und 200 m Brust) und einmal Silber (50 m Brust), und er qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in Athen.

Warum sagten Sie am Dienstag das Finale über 200 m Lagen ab, obwohl Sie sich im Vorlauf dafür qualifiziert hatten?

Weil ich kaputt bin von der Meisterschaft. Den Vorlauf bin ich nur geschwommen, damit wir nicht die Abmeldegebühr von 50 Euro bezahlen mussten.

Sie haben beide Titel souverän gewonnen. Dennoch nannte es der Verbands-Sportdirektor Ralf Beckmann eine Enttäuschung, dass im Brustschwimmen keine so genannte Wachablösung stattfand und der Sieger wieder Kruppa heißt. Ärgert Sie das?

Wen würden solche Äußerungen nicht ärgern? Mich motiviert so etwas aber auch ungemein im Training. Es ist ja nicht neu, dass einige Leute im DSV lieber andere Brustschwimmer als mich gewinnen sehen würden. Wenn mir der Sportdirektor und der Bundestrainer erst einen Tag nach meiner Olympiaqualifikation gratulieren, macht das schon deutlich, dass ich für sie wohl der falsche Sieger bin.

Was stört die Verbandsverantwortlichen an Ihnen?

Vielleicht, dass ich im Gegensatz zu anderen intern auch das ausspreche, was mir nicht passt.

Was wollen Sie in Athen erreichen?

Es wäre blöd, zu Olympia zu fahren und keine Medaille zu holen. Am ehesten kann das wie 2000 in Sydney mit der Lagenstaffel gelingen.

Rechnen Sie mit einem weiteren Riesaer Schwimmer als Olympiateilnehmer?

Ich denke schon, dass Rene Kolonko ebenfalls nominiert wird. Er hat die Olympianorm über 100 m Brust nur um acht Hundertstelsekunden verpasst und wäre der Einzige, der bei Bedarf für mich in der Lagenstaffel einspringen könnte.

Wie geht es bis Athen weiter?

Wir gehen nochmal ins Höhentrainingslager in der Sierra Nevada. Danach folgt die unmittelbare Vorbereitung auf Mallorca, und von dort direkt nach Athen. Doch zuerst werden wir nach der Meisterschaft in Frankenberg das zehnjährige Bestehen der Bundeswehr-Sportfördergruppe feiern. Die Bundeswehr unterstützt uns hervorragend.

Das Gespräch führte Uwe Wicher.





Sächsischer Schwimm-Verband e.V., Mainzer Straße 17, 04109 Leipzig
Telefon: +49 (341) 980 93 11 / Telefax: +49 (341) 980 93 13
© 1998-2006 Copyright by Webmaster