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Blauer Brief sorgt für Aufregung im Schwimmer-Lager |
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Als Olympiastützpunkt (OSP-) Leiter Winfried Nowack nach den Spielen von Sydney seinen Bundesstützpunkt (BSP-) Trainern Vierjahresverträge anbot, war das Aufatmen groß. Aber auch die Verwunderung, dass in Zeiten knapper Kassen die Vertragsverlängerung recht leicht vonstatten ging. Doch finanzielle Probleme ließen nicht lange auf sich warten. "In diesem Jahr reicht das Geld nicht für zwei Schwimmtrainer", musste Nowack feststellen. Deshalb erhielt Oliver Trieb, zweiter BSP-Trainer neben Eva Herbst, die betriebsbedingte Kündigung zum 31. Juli 2003, obwohl sein Vertrag noch bis 31. Dezember 2004 läuft. Das Paradoxe: Ab 1. Januar 2004 wäre aus heutiger Sicht wieder Geld für sechs Monatsgehälter vorhanden. Der Coach hatte also zuletzt reichlich Mitteilungsbedarf, hielt sich aus Rücksicht auf seine Athleten jedoch zurück. "Ich wollte nicht, dass sie vor den Deutschen Meisterschaften von der Kündigung erfahren. Einige hätten sehr sensibel darauf reagiert", so der 35-Jährige, der Ende der 90er Jahre mit mehreren Junioren-EM-Titeln zu den erfolgreichsten Leipziger Nachwuchs-Trainern gehörte. Vergangene Woche räumten die vier besten Trieb-Schützlinge bei denJunioren-Titelkämpfen in Hamburg zweimal Gold, einmal Silber und fünfmal Bronze ab. OSP-Leiter Nowack sieht den Schwarzen Peter beim Sächsischen Schwimm-Verband (SSV), der sich in diesem Jahr an der Mischfinanzierung beider Schwimmtrainer mit 14 500 Euro weniger als noch 2002 beteiligen will. Nowack: "Ich kann diese Summe momentan nicht durch kommunale Mittel oder Sponsoren ausgleichen." Allerdings musste der SSV in der Sparte Schwimmen in diesem Jahr die Streichung von 37 700 Euro Landesfördermitteln verkraften, weil der gesamte Landesverband 2000 bis 2002 keinen Junioren-EM-Starter stellte. SSV-Schatzmeister Peter Pohl weist zudem darauf hin, dass seinVerband bereits den Bundesstützpunkt Synchronschwimmen am Leben erhält, indem er das Gehalt von Coach Ute Hennig fast allein aufbringt. Eine von Nowack favorisierte ABM-Stelle für die Synchrontrainerin beim SC DHfK nennt Pohl nicht akzeptabel. Der Schatzmeister bezeichnet die Entlassung vonTrieb als "großen politischen Fehler", zumal erst vor wenigen Wochen der BSP Schwimmen bis Ende 2004 verlängert, Leipzig zur Olympiabewerberstadt gekürt und ein Spatenstich des neuen Schwimmstadions in Aussicht gestellt wurden. SSV-Präsident Wolfram Sperling hat sich zum Ziel gesetzt, die Trainerstelle unbedingt zu erhalten: "Wir werden dafür auch schauen, ob wir aus unserem Haushalt noch etwas beisteuern können." Ohne Oliver Trieb gäbe es für alle Schwimmer ab der 5. Klasse aufwärts nur noch drei Trainerinnen (Anne-Katrin Neumann, KatrinSeitz, Eva Herbst). Eine enorme Betreuungslücke wäre die Folge, zumal Katrin Seitz zugleich Landestrainer-Aufgaben zu erfüllen hat. Bis 1990 arbeiteten 24 hauptamtliche Diplomsportlehrer für den gleichen Bereich. Rechtsanwalt Jens Belter, der denentlassenen Coach juristisch vertritt, sagte: "Wir haben Kündigungsschutzklage eingereicht. Ich sehe gute Chancen, dass mein Mandant weiterbeschäftigt werden muss." Frank Schober Sächsischer
Schwimm-Verband e.V., Mainzer Straße 17, 04109 Leipzig |