Van Almsick Zweite im 100-m-Krimi - Buschschulte vorn
  

Hamburg (dpa) - Antje Buschschulte hat Topstar Franziska van Almsick bei den deutschen Schwimm-Meisterschaften in Hamburg in einem 100-m-Freistilkrimi unsanft vom Meisterthron gestoßen.

Die Berlinerin wollte richtig «Gas geben», am Ende blieb der Europameisterin nur Platz zwei hinter der 24 Jahre alten Magdeburgerin. Buschschulte war selbst überrascht: «Ich war ziemlich nervös. Auf den letzten Metern habe ich gezittert, weil ich dachte, es zieht noch jemand an dir vorbei.» Die geschlagene Franziska van Almsick war «völlig breit. Es war verdammt hart. Die letzten zehn Meter dachte ich nur: Kopf runter und durch.» Sandra Völker (Hamburg) wurde einen Tag nach ihrem Sieg über 50 m lediglich Vierte.

«Für Antje ist das ein besonderes inneres Wohlgefühl», stellte DSV-Cheftrainer Ralf Beckmann fest. Franziska van Almsick machte er Mut: «Diese Niederlage wird sie nicht gut finden, aber das tut ihr auch nicht weh. Für sie ist nur wichtig: Was kann ich über 200 Meter?» Am Samstag schlägt für die Berlinerin die Stunde der Wahrheit. Erst seit Januar ist sie wieder im Training - und hat nur noch Olympia 2004 in Athen im Kopf.

Franziska van Almsick hatte ein Jahr nach ihrem tollen Comeback mit 200-m-Weltrekord bei der EM in Berlin schon nach den Vorläufen ein schlechtes Gefühl. «Ich gehe eigentlich davon aus, dass es nicht klappt», sagte sie, «ich denke an Petra Dallmann.» Die Heidelbergerin wurde Dritte.

Stefan Herbst (Leutzsch) sicherte sich mit seinem vierten Titel nacheinander über 200 m Freistil in schnellen 1:49,27 Minuten das WM-Ticket für Barcelona. Um WM-Medaillen darf auch Nicole Hetzer (Burghausen) schwimmen, die über 400 m Lagen souverän ihren Titel verteidigte. Die Wuppertalerin Sarah Poewe gewann einen Tag nach ihrem Sieg über 100 m Brust auch die 50 m, Titelverteidigerin Simone Weile (Heidelberg) enttäuschte als Vierte. Sarah Poewe verpasste aber ebenso die WM-Norm wie Franziska Skrubel (Berlin) als Siegerin über 50 m Schmetterling und Jochen Hanz (Berlin) über 400 m Lagen.

Europarekordler Stev Theloke (Chemnitz) sagte seine Starts bei den «Deutschen» ohne Angabe von Gründen ab - und reiste erst gar nicht an. Für den Titelverteidiger über 50 und 100 m Rücken, der sich vor rund drei Wochen von seiner Trainerin getrennt hatte, sind damit auch alle WM-Träume geplatzt. «Das ist keine geschickte Entscheidung. Er muss wissen, dass er Mitglied der Bundeswehr-Sportkompanie ist. Da hat er einen klaren Auftrag», sagte Beckmann.





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