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VON MARIO SCHMIDT
Stev Theloke ist nach eigener Aussage in den letzten
Tagen menschlich gereift. "Noch vor kurzem hätte ich mir nicht
vorstellen können, mich hierher zu setzen und bei einigen Leuten
zu entschuldigen", sagte Theloke während der gestrigen "Hauruck-Pressekonferenz"
(O-Ton seines Managers Jan Schönfeld) im Freizeitcenter am Stadtpark.
Der 25-Jährige hatte wegen der Art und Weise, wie er sich von seiner
Trainerin Ute Schinkitz trennte, großen Wirbel ausgelöst
und harte Kritik eingesteckt. "Ich will zu meinen Fehlern stehen.
Ich habe es versäumt, mit meiner Trainerin, dem Schwimmclub und
dem Umfeld über meiner Probleme zu sprechen", gestand Theloke.
Es sei nie seine Absicht gewesen, den Verein oder die Stadt schlecht
zu machen.
"Dass ich unseren Präsidenten Herrn Schröder nicht informiert
habe, tut mir leid. Ich hoffe, er ist mir nicht böse", gab
sich der Rückenspezialist lammfromm - und betonte mehrfach: "Ich
bleibe in Chemnitz bei meinem Verein."
Wer ihn künftig trainiert, konnte Theloke gestern nicht sagen.
Nur eines steht für ihn fest:: er kehrt in die Schwimmhalle des
Sportforums zurück. Dort läuft ihm aber Ute Schinkitz immer
wieder über den Weg. Wird er auf sie zugehen und das persönliche
Gespräch suchen? "Na klar, ich habe mich von der Trainerin
getrennt, nicht vom Menschen Ute Schinkitz. Es kann sein, dass wir abends
bald mal ein Glas stilles Wasser zusammen trinken", meinte der
25-Jährige in seiner saloppen Art.
Der gestern ebenfalls anwesende Vereinspräsident Wolfgang Schröder
begrüßte diese Aussage außerordentlich. " Dass
muss auch geklärt werden. Es kann nicht sein, dass ich jedes Mal,
wenn Stev Theloke hereinkommt, die Schwimmhalle räumen lasse",
witzelte Schröder.
Geschluckt hatten die Anwesenden als "Chaos-Theo" seinen Verzicht
auf die deutschen Titelkämpfe sowie auf die WM in Barcelona bekannt
gab.
Der Leiter des Olympiastützpunktes Chemnitz-Dresden, Klaus Pedd,
sagte jedoch an Theloke gewand: "Jetzt erst recht wollen wir dich
unterstützen!" Nach Pedd Auffassung habe das Schwimm-Ass mal
einen richtigen Dämpfer gebraucht. "Nur der Zeitpunkt war
der denkbar ungünstigste dafür." Das sieht auch Wolfgang
Schröder so, dem der Mannschaftsverzischt seines sportlichen Aushängeschildes
nicht schmeckt. "Ich kann einen 25-Jährigen aber nicht nach
Hamburg prügeln", hob der Vereinschef die Hände.
Freie Presse 16. Mai 2003

Sächsischer
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