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Auch ohne Finalplatz oder Medaille hatten die beiden EM-Starter des
SC Riesa einen zufriedenstellenden ersten Wettkampftag. Jens Kruppa
sicherte mit guten Zeiten über 100 m Brust im Vorlauf und im Halbfinale
seinen Platz in der 4x100-m-Lagen-Staffel, die am letzten Wettkampftag
in der Berliner Schwimmhalle an der Landsberger Allee ausgetragen wird.
Janine Pietsch verabschiedete sich gestern Nachmittag mit bester Laune
ins Mannschaftshotel. Über 50 m Schmetterling stellte die 20-Jährige
zwei Bestzeiten auf: am Vormittag war sie im Vorlauf mit 27,73 Sekunden
vier Hundertstel schneller als zu den deutschen Meisterschaften im Mai
in Warendorf. Im Halbfinale am Nachmittag steigerte sich die gebürtige
Berlinerin nochmal, schlug nach 27,63 am Beckenrand an. „Janine hat
im Schmetterlingsschwimmen noch viele Reserven, aber sie hat sich zum
Auftakt ihrer ersten großen Europameisterschaft sehr gut geschlagen“,
sagte Trainer Uwe Neumann, der Pietsch in ihrer zweiten EM-Disziplin
über 50 m Rücken das Erreichen des Finals als Ziel vorgegeben hat.
Auch Jens Kruppa hat sich in seiner zweiten EM-Disziplin mehr vorgenommen.
Über 200 m Lagen, in denen heute Vorlauf und Halbfinale auf dem Wettkampfprogramm
stehen, ist der 26-jährige laut Meldezeiten an vierter Stelle ausgewiesen.
Die Chancen auf eine Medaille sind somit eher gegeben, als das von vornherein
über 100 m Brust der Fall war. Hätte also Kruppa das 100-m-Brustfinale
geschafft, wäre er von seinem Startplatz zurückgetreten, weil heute
Nachmittag Lagen- und Brusttermine dicht beieinander liegen. Nach dem
Trainingsausfall wegen einer Mittelohr-Entzündung wäre der erforderliche
Kraftaufwand zu groß gewesen. „In Hinblick auf die Stabilisierung des
Leistungsvermögens konnte Jens nicht wie geplant trainieren“, erklärte
Neumann Defizite bei Kruppa. Daran liege es nach Auffassung des Schwimmers
auch, dass er das Wasser noch nicht so fühlen könne, wie er das gerne
hätte. „Mit den Händen ist es schon besser geworden, aber mit den Füßen
merke ich noch nichts“, klagte der sächsische Zwei-Meter-Recke.
Dennoch wollte Kruppa nach der Vorlaufzeit von 1:02,18 Minuten im Halbfinale
den seit 1996 von Mark Warnecke gehaltenen deutschen Rekord (1:01,33)
verbessern. Das klappte aber nicht (1:02,07), „weil ich zu hektisch
die ersten 50 Meter angegangen bin“, wie er selbstkritisch feststellte.
Dass Warnecke, der Rekordmann und Mitbewerber um den Platz in der Lagenstaffel,
schon im Vorlauf mit 1:03,04 (19. Platz) weit hinter Kruppa lag, konnte
nur ein schwacher Trost sein. (SZ/uw)
Sächsische
Zeitung - Dienstag, 30. Juli 2002
Sächsischer
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