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Thomas Rupprath gewinnt Duell gegen den
Chemnitzer über 50 m Rücken / La-Ola-Welle in der Erdgas-Arena
Von Uwe Wicher
Für die Zuschauer in der fast vollbesetzten Riesaer Erdgas-Arena war
es der Hit des Freitagabend: Thomas Rupprath gegen Stev Theloke im Europameisterschafts-Finale
über 50 m Rücken. Doch schon an der 25-m-Wende war der erwartete spannende
Zweikampf schon entschieden. Rupprath zog unerbittlich auf und davon,
erreichte mit der Klasse-Siegerzeit von 23,66 Sekunden aber nicht seinen
Weltrekord von 23,23.
Tauchphase nach der Wende zu schnell beendet
„Es ist schon schlimm. Wenn Thomas neben mir schwimmt, mache ich Fehler
wie ein Amateur“, schimpfte Theloke nach dem Rennen mit dem klaren Ausgang.
Von Freude über die soeben gewonnene Silbermedaille und erst recht nicht
über die Zeit von 24,29 war beim langen Chemnitzer absolut nichts zu
sehen. „Theo“ mäkelte an allem herum, was er auf den 50 gemacht hatte.
„Der Start zu spät, die Wende versaut, die Tauchphase zu schnell beendet
– da musst du noch froh sein, dass die anderen solche Fehler nicht ausnutzen“,
kritisierte der Sachse schonungslos seine Vorstellung, obwohl die Zuschauer
den Doppelerfolg für die deutsche Mannschaft mit Wunderkerzen und La-Ola-Wellen
feierten.
Thomas Rupprath, der eine halbe Stunde zuvor bereits souveräner Europameister
über 100 m Schmetterling geworden war, hatte nichts dagegen, dass sein
stärkster Konkurrent offensichtlich Nerven zeigte. „Wichtig ist, dass
wir die ersten beiden Plätze belegen. Und wenn Theo Angst vor mir hat,
ist das gut für mich“, meinte der gegenwärtige Top-Athlet der deutschen
Schwimmer. Der 25-Jährige weiß das seit 1994 laufende Dauerduell gegen
Theloke zu schätzen: „Jeder hat schon gewonnen, wir profitieren beide
von dieser Konkurrenz.“ In Riesa fühlt sich Rupprath schon ziemlich
geschlaucht. Die Vielzahl von Wettkämpfen in den letzten Wochen spürte
der Weltklassemann vom ersten EM-Tag an. „Mein Trainer hat mir am Donnerstag
gesagt, dass ich aussehe als ob ich zehn Jahre älter bin“, erzählte
der sympathische junge Mann. Dennoch fühlt er sich verpflichtet, bei
jedem seiner Starts bestmögliche Leistungen zu zeigen. „Das bin ich
den Leuten schuldig. Wenn wir schon mal zu Hause so einen internationalen
Wettkampf haben, dann will ich auch mein Bestes geben. Die Zuschauer
kommen erwartungsvoll hierher, sie geben nicht wenig Geld aus für die
Eintrittskarten, deshalb haben sie es auch verdient, dass wir Sportler
sie mit Leistung erfreuen“, meinte Rupprath. Auch Theloke hat nichts
gegen die „Dauer-Fehde“ mit Rupprath. „Nur ist es weniger schön für
mich, wenn Thomas dauernd vor mir liegt. In letzter Zeit schwimmt er
fast alles und gewinnt auch alles. Dabei trainiere ich auch nicht schlecht“,
sagte der 24-jährige Zweimeter-Mann. Er freut sich schon in Riesa, dass
es nun wieder auf die Langbahn geht.
Dann, so kündigte Theloke an, will er für Rupprath wieder ein härterer
Konkurrent sein, als er es zuletzt war. „So wird es nicht weitergehen“,
versprach der Olympiadritte über 100 m Rücken von 2000. Unabhängig vom
Ausgang der Duelle wird es laut Theloke stets fair zugehen. Auch wenn
er wie am Freitag weiß, dass er gegen „Ruppi“ schlechte Karten hat,
klatschen sie sich vor den Starts ab. Und auch an Thelokes Spruch, den
er Rupprath auf den Weg gibt, wird sich nichts ändern: „Viel Erfolg.
Hau rein.“
Sächsische Zeitung - Samstag, 14. Dezember 2002
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