Poewe macht sich bekannt - Geborene Südafrikanerin gibt mit Silber und Rekord Einstand im deutschen Team
  

Das Jahr 2002 und Riesa – beides wird Sarah Poewe wohl nie vergessen. In der sächsischen Sportstadt begann für die gebürtige Südafrikanerin ein neuer sportlicher Lebensabschnitt. Bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in der Erdgas-Arena startete die 19-Jährige gestern erstmals für Deutschland und krönte ihr Debüt mit dem Gewinn der Silbermedaille über 50 m Brust, verbunden mit dem neuen deutschen Rekord von 30,90 Sekunden.

„Ich bin einfach glücklich, dass ich hier bin“, sagte die junge Frau, die vor reichlich vier Monaten bei den Commonwealth-Spielen in Manchester das letzte Mal für Südafrika startete. „In so einer großen Mannschaft war ich noch nie. Doch ich komme gut voran, mich mit allen bekannt zu machen“, erzählte der Neuling im deutschen Team.

„Ich wollte mein Leben völlig ändern, mich weiter entwickeln, und dies schien mir in Südafrika nicht möglich“, führte Sarah Poewe als Begründung für ihren Weggang aus ihrem bisherigen Heimatland an. Sie wurde in Kapstadt geboren, verbrachte drei Jahre ihrer Kindheit in Kiel. Von dort stammt ihr Vater, deshalb hat sie einen deutschen Pass, und ihre Großmutter lebt nach wie vor in der Ostseestadt.

Ihr Deutsch ist ausgezeichnet, nur selten zögert sie kurz, um das treffende Wort auszuwählen. „Deutschland ist jetzt meine Heimat. Ich muss an meine Zukunft denken“, sagte sie. Dafür studiert sie seit vier Monaten Sport-Kommunikationswissenschaften an der University of Georgia in den USA. „Ich möchte mal als Sportjournalistin arbeiten“, meinte Sarah Poewe, die mit Deutsch, Englisch und Africaans drei Sprachen beherrscht.

An der Universität trainiert sie in einer leistungsstarken Gruppe mit der Weltmeisterin von 1998 über 100 m, Kristy Kowal. Ist sie in Deutschland, absolviert sie ihre Übungseinheiten bei der SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen, dem Verein von Thomas Rupprath und Antje Buschschulte. Ralf Beckmann, der Sportdirektor des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), ist sehr erfreut über den Zuwachs im Nationalmannschaftsteam: „Sie ist eine Verstärkung für uns.“

In der Weltelite der Schwimmerinnen braucht sich Sarah Poewe nicht mehr bekannt zu machen. Ihr Zeugnis der internationalen Erfolge ist schon beachtlich: Sie war Kurzbahn-Weltmeisterin 2000 über 50 und 100 m Brust, WM-Zweite (Kurzbahn) 2001 über 100 m Brust und Olympia-Vierte von Sydney über 100 m Brust. Für Riesa gelte ihre volle Konzentration den 100 m Brust, die morgen und am Sonntag geschwommen werden. (SZ/uw)

Sächsische Zeitung - Freitag, 13. Dezember 2002





Sächsischer Schwimm-Verband e.V., Mainzer Straße 17, 04109 Leipzig
Telefon: +49 (341) 980 93 11 / Telefax: +49 (341) 980 93 13
© 1998-2006 Copyright by Webmaster