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Berlin - Sandra Völker und Antje Buschschulte haben den deutschen
Schwimmern den Weg in ein furioses Schlusswochenende gewiesen. Mit Silber
und Bronze über 100 m Rücken hielten sie bei der EM in Berlin die Medaillenspur.
Für den Schlussakkord fordert Cheftrainer Ralf Beckmann eiserne Disziplin:
«Wir sind schon unheimlich genau im Soll. Der Sonntag soll diese EM
für uns krönen. Alle müssen sich zusammenreißen für ein erfolgreiches
Final-Wochenende.» Der Ukrainer Oleg Lisogor gewann mit Weltrekord in
27,18 Sekunden die 50 m Brust. Titelverteidiger Mark Warnecke aus Schwäbisch-Gmünd
blieb nur Platz vier.
Franziska van Almsick will am Samstag ihren Weltrekord über 200 m Freistil
angreifen und zum vierten Gold anschlagen. «Ich habe verdammt viel Spaß
gehabt, das war noch nicht alles», sagte sie nach einem lockeren Halbfinal-Durchgang,
«ich glaube, dass ich meinen Konkurrentinnen ein wenig Angst machen
konnte.» Managerin Regine Eichhorn machte allen Rücktrittsgerüchten
ein Ende: «Ich halte das im Moment für abwegig.»
Die Hamburgerin Sandra Völker griff in 1:01,42 Minuten nur um 2/100
an Gold über 100 m Rücken vorbei. «Ich bin leider zu schnell angegangen»,
sagte die 28-Jährige, «hinten heraus habe ich gestanden wie ein Eimer.»
Europameisterin wurde die Russin Stanislawa Komarowa. Die Wuppertalerin
Antje Buschschulte war mit Bronze unzufrieden: «Mit der Zeit aus dem
Halbfinale hätte ich gewonnen. Was solls, es war alles ganz knapp.»
Die Zwischenbilanz der Schwimmer: Sieben Mal Gold, vier Mal Silber und
drei Mal Bronze. Beckmann: «Wir haben einen heimlichen Traum: So, wie
wir mit zwei Staffel-Erfolgen angefangen haben, so würden wir am liebsten
auch mit zwei Staffel-Erfolgen aufhören.»
Mit Europarekord in 1:44,89 Minuten gewann der Niederländer Pieter van
den Hoogenband die 200 m Freistil. Stefan Herbst (Leutzsch) wurde Achter.
Simone Weiler (Heidelberg) wurde Sechste über 50 m Brust, Carolin Böhm
(Rethen/Leine) Achte.
Der 32 Jahre alte Potsdamer Jörg Hofmann konnte sich bei seiner neunten
EM-Teilnahme den Traum von einer Medaille über 1500 m Freistil nicht
erfüllen. In 15:11,16 Minuten musste sich der Diplom- Forstwirt mit
Rang fünf vor dem zehn Jahre jüngeren Elmshorner Heiko Hell (15:14,41)
begnügen. Europameister wurde in 15:03,88 Minuten der Russe Juri Prilukow.
«Ich denke, das war mein letztes Langbahnrennen», sagte Hoffmann.
Thomas Rupprath meldete nach Gold am Vortag über 50 m Rücken seine Titelansprüche
über 100 m Schmetterling an. Der Europarekordler aus Wuppertal zog als
Halbfinal-Schnellster in 52,03 Sekunden in das Finale ein. Der schwedische
Olympiasieger, Weltmeister und Titelverteidiger Lars Frölander war in
52,93 deutlich langsamer. Christian Keller (Essen) schied im Halbfinale
aus. Der Chemnitzer Stev Theloke verabschiedete sich über 200 m Rücken
einen Tag nach Silber über 50 m sang- und klanglos schon im Vorlauf
als 22. Die deutsche Meisterin Anne Poleska aus Krefeld zog locker in
das Finale über 200 m Brust ein.

Sächsischer
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