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Berlin. Am Ende machten sie lange
Gesichter, obwohl sie Bronze gewonnen hatten. Die deutsche Lagenstaffel
der Männer musste sich im letzten Wettbewerb einer hochklassigen und
stimmungsvollen Europameisterschaft mit Platz drei begnügen. Russland
mit dem überragenden Alexander Popov und Frankreich waren schneller.
Nach dem Sieg der deutschen Frauen-Staffel kurz vorher wollten Stev
Theloke, Jens Kruppa, Thomas Rupprath und Stefan Herbst ebenfalls ganz
oben auf dem Siegerpodest stehen. „Wir hatten uns mehr vorgenommen,
aber jeder spürte die harte Woche, die uns in den Knochen steckt. Die
anderen Finalisten traten mit Leuten an, die nur in den Staffeln eingesetzt
werden“, kommentierte Schmetterlings-Europameister Rupprath den Ausgang
aus deutscher Sicht. Die Deutschen hätten durchaus auch leer ausgehen
können, denn zwischen den Plätzen eins und fünf gab es eine Zeitspanne
von nur einer Sekunde. „Fünf Staffeln konnten gewinnen. Wir waren die
Glücklicheren“, sagte Alexander Popov nach dem dramatischen Rennen.
„Wir waren breit, sind deshalb weit über unserer Bestzeit geblieben“,
sagte der Chemnitzer Theloke. 3:35,88 Minuten war das deutsche Quartett
bei den Olympischen Spielen in Sydney geschwommen, gestern reichte es
nur zu 3:37,05. „Bei jedem hat zum Schluss ein Stück gefehlt“, meinte
Kruppa zu dem Fakt, dass keiner der vier Deutschen in die Nähe seiner
Bestzeit kam. Die Belastung der vergangenen Tage – Kruppa hatte zum
Beispiel elf EM-Starts – haben die Männer offenbar weniger gut verkraftet.
„Wir sollten dennoch zufrieden sein, obwohl wir mehr erwartet hatten.
Jetzt ist es Bronze und es ist auch sehr schön“, lautete die Bilanz
des Riesaers. Als Dank an das Publikum für die begeisternde Unterstützung
hatten sich die deutschen Staffel-Männer eine nette Geste einfallen
lassen: Zum Einmarsch der Staffeln erschien das Gastgeber-Quartett in
Berliner-Bären-Kostümen. Zusätzliche Kräfte konnte aber auch die Verkleidung
nicht frei machen.
Jens Kruppa wird die nächsten Tage nicht gleich zur Ruhe kommen. Sein
in unmittelbarer Nähe der Schwimmhalle geparkter Pkw wurde aufgebrochen,
Brillen und im Handschuhfach befindliche Dokumente wie Personalausweis
und Fahrerlaubnis gestohlen. „Und das vor dem Urlaub“, stöhnte Kruppa.
In der nächsten Woche geht es nach Ägypten und Ende August beginnt für
ihn und Janine Pietsch wieder das Training. Im Dezember ist wieder Europameisterschaft
– dann auf der Kurzbahn in Riesa. (SZ/uw)
Sächsische
Zeitung - Montag, 5. August 2002
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