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Von Richard Janssen, dpa
Berlin - Gold mit Weltrekord: Franziska von Almsick hat sich
eindrucksvoll als „Schwimm-Königin“ zurückgemeldet - und sich endlich
selbst geschlagen. In 1:56,64 Minuten über 200 m Freistil schickte die
Berlinerin am Samstag bei den Europameisterschaften in ihrer Heimatstadt
ihren acht Jahre alten Rekord von Rom 1994 (1:56,78) in die Vergangenheit
und markierte für die Schwimm-Welt eine neue Bestmarke. Ein Traum ist
in Erfüllung gegangen. Im Ziel weinte sie Tränen des Glücks: „Ich hätte
mich am liebsten aus der Halle gestohlen“, sagte sie, „jeder hat vom
Weltrekord gesprochen, jeder hat ihn erwartet. Ich habe es nicht für
möglich gehalten, dass ich ihn heute schwimme.“
Zur Entspannung war Musik angesagt. Die Kopfhörer hielten alles andere
von ihr fern. Volle Konzentration schon Stunden vorher. Ihre Eltern
und Großeltern saßen auf der Tribüne, aber sie wusste es nicht. Das
Publikum in der mit 4500 Besuchern und Athleten voll besetzten Berliner
Halle tobte, als Franziska van Almsick das Rennen gegen sich selbst
aufnahm. Eintrittskarten zum Preis von 20 Euro wurden auf dem Schwarzmarkt
für 50 Euro gehandelt.
„Franzi“ schwamm unter dem Jubel der Fans zu einem unglaublichen Start-Ziel-Sieg.
Um 14/100 Sekunden verbesserte sie ihren Weltrekord. Der Druck, der
auf ihr lastete, war riesig. „Ich habe versucht, mich davon freizumachen.“
Gar nicht so einfach: „Ich war total fertig, mir war heute Mittag schlecht
und schwindelig, ich hatte Kopfschmerzen.“ Im Ziel stieß sie jubelnd
die Arme in den Himmel.
Die Berlinerin feierte nach zwei Mal Staffel-Gold und dem Sieg über
100 m Freistil bereits ihren vierten Titel von Berlin. Zum Abschluss
an diesem Sonntag will sie mit der Lagen-Staffel die fünfte Goldmedaille
an Land ziehen. Als 15-Jährige hatte sie 1993 in Sheffield sechs Mal
Gold gewonnen.
An diesem Sonntag soll die Stunde von Sandra Völker schlagen. Die 28
Jahre alte Hamburgerin will Gold über 50 m Rücken holen. Mit 28,82 Sekunden
schwamm die Weltrekordlerin von der SG Hamburg am Samstag als Halbfinal-Zweite
locker in den Endlauf. Schneller war in 28,71 Sekunden nur Titelverteidigerin
Nina Schiwanewskaja (Spanien). Sandra Völker hält seit dem 17. Juni
2000 in 28,25 den Weltrekord, den sie damals im selben Becken aufstellte.
Janine Pietsch (Riesa) steht ebenfalls im Endlauf.

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