Au, Backe! Nach EM wartet der Zahnarzt - Janine Pietsch gewinnt gegen Sandra Völker und Antje Buschschulte
  

Goslar. Es ist durchaus möglich, dass die deutsche Weltklasse-Schwimmerin Sandra Völker nicht bei der Europameisterschaft in Riesa startet, weil ihr ausgerechnet eine Riesaerin die Vorfreude auf dieses Ereignis vermasselt hat. Janine Pietsch setzte sich am Sonnabend im 50-m-Rücken-Finale der Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Goslar mit einer Klasseleistung gegen Völker sowie Antje Buschschulte durch. „Das ist schon wichtig für Janine, zwei Topschwimmerinnen in einem Meisterschaftsrennen zu schlagen“, kommentierte Trainer Uwe Neumann den Erfolg der 20-Jährigen, die sich mit ihrer Siegerzeit von 28,02 Sekunden auf Platz fünf der aktuellen Weltrangliste schob.

„Start und Wende waren nicht einmal optimal. Dazu noch die fiebrige Erkältung, mit der ich nach Goslar gefahren bin - da kann ich sehr zufrieden mit dem Ergebnis sein“, sagte Janine Pietsch freudestrahlend nach dem Wettkampf, in dem sie auch die Qualifikationszeit (28,50) für einen Platz im deutschen EM-Team für Riesa unterbot. Sandra Völker ließ der Ausgang des Rennens nachdenklich werden. „Es ist natürlich schöner zu gewinnen, aber das habe ich ja schon oft genug erlebt. Ob ich bei der EM in Riesa an den Start gehen werde, ist noch nicht sicher“, meinte die Hamburgerin, die sich auch nach ihrem 50-m-Freistil-Sieg gestern Nachmittag zu einer EM-Teilnahme nicht überreden ließ.

Sandra Völkers acht Jahre jüngere Bezwingerin von Goslar freut sich verständlicherweise auf die europäische Kurzbahnmeisterschaft in ihrer neuen Wahlheimat. „In Riesa ist alles bestens. Ich fühle mich wohl, habe mich gut eingelebt und freue mich auf viele Bekannte und Freunde in der Erdgas-Arena“, sagte die attraktive gebürtige Berlinerin. In ein EM-Finale möchte sie schon kommen, „aber eine Medaille wird nur schwer zu machen sein“. Wie es geht, weiß sie aber schon: Im Vorjahr gewann Janine Pietsch in Antwerpen EM-Bronze über 50 und 100 m Rücken sowie Silber und Bronze mit der Lagen und Freistilstaffel.

Gleich nach der EM hält das Jahr für die Bürokauffrau-Azubi noch einen Abschluss bereit, dem sie mit großem Unbehagen entgegensieht. Die Weisheitszähne müssen heraus, am 18. Dezember ist der schon mehrfach verschobene Gang zum Zahnarzt geplant. Ihr Trainer hält diesen Termin für ideal. „Wir haben in dieser Zeit ohnehin eine Trainingspause. Und Janine fällt es bestimmt leichter, zu Weihnachten nicht so viel zu essen“, führte Uwe Neumann lächelnd seine Argumente an. (SZ/uw)

Sächsische Zeitung - Montag, 2. Dezember 2002





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