Kruppa feiert 30. Titel - Rupprath schwimmt Weltrekord / Heute Nominierung der EM-Mannschaft für Riesa
  

Von Uwe Wicher, Goslar

Thomas Rupprath und Jens Kruppa waren die herausragenden Teilnehmer an den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften im Schwimmen in Goslar. Rupprath krönte seine insgesamt fünf Einzelsiege mit einem Weltrekord. Als Startschwimmer der 4x50 m Lagenstaffel der SG Bayer Wuppertal/Uerdingen/Dormagen stellte er auf der Rückendistanz mit 23,23 Sekunden eine neue Bestmarke auf.

Uwe Neumanns Zigarettenpausen vor der Schwimmhalle in Goslar wurden von seinen Schützlingen vom SC Riesa spöttisch kommentiert. „Die letzten Züge“, war von den Sportlern zu vernehmen. Der Hintergrund: Bereits vor einem Jahr hatte der Trainer den Athleten versprochen, sofort mit dem Rauchen aufzuhören, wenn sich aus der Trainingsgruppe drei Schwimmer für eine internationale Meisterschaft qualifizieren würden.

Vor dem Nominierungs-Prozedere des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), das für heute Vormittag in Goslar anberaumt wurde, standen drei Riesaer auf dem Kandidatenzettel für die Kurzbahn-Europameisterschaften vom 12. bis 15. Dezember in ihrer sportlichen Heimat: Jens Kruppa und Janine Pietsch als feste Größen sowie Sebastian Halgasch, der aber über 200 m Rücken als Zweiter wie auch der Sieger Stev Theloke die DSV-Normzeit knapp verpasste.

„Wir haben für die Nominierung noch ein paar schwierige Fälle zu lösen“, erklärte DSV-Sportdirektor Ralf Beckmann, der von einer Teamstärke für Riesa von bis zu 30 Aktiven ausgeht. Jens Kruppa ist auf dem besten Wege, im heimischen Sachsen in knapp zwei Wochen zu großer EM-Form aufzulaufen. „Unglaublich, aber es hat Spaß gemacht. Mein 30. Meistertitel ist mir viel leichter gefallen, als ich vorher gedacht hatte“, sagte der 26-jährige gebürtige Freitaler nach der 200-m-Lagen-Entscheidung gestern Nachmittag, die der Zwei-Meter-Athlet am Ende seines Kräfte zehrenden Meisterschaftsprogramms mit Starts in fünf Disziplinen souverän dominierte. „Er hat mich mit seinen stabil starken Leistungen überrascht“, meinte Uwe Neumann, der dabei an den eineinhalbwöchigen Trainingsausfall Kruppas wegen eines Infekts Anfang November dachte.

Zufrieden zeigte sich der Coach auch mit Sebastian Halgasch, an dessen EM-Nominierung er gestern noch glaubte. „Was Sebastian seit einem Jahr bei uns trainiert, beginnt sich jetzt auszuwirken“, konstatierte Neumann. Nur technisch-taktische Fehler, wie das zu schnelle Angehen über 100 m Schmetterling, müsse Halgasch abstellen. Der 21-jährige mehrfache Junioren-Europameister ist jedenfalls heiß auf einen Start in Riesa. „Ich verursache keine Kosten, schlafe sogar zu Hause“, sagte Halgasch schmunzelnd zu Sportdirektor Beckmann.

Sächsische Zeitung - Montag, 2. Dezember 2002





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