«Franzi» schlägt sich selbst: Gold mit Weltrekord
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Weltrekord

Berlin (dpa) - Gold mit Weltrekord: Franziska von Almsick hat sich eindrucksvoll als «Schwimm-Königin» zurückgemeldet - und sich endlich selbst geschlagen. In 1:56,64 Minuten über 200 m Freistil schickte die Berlinerin bei den Europameisterschaften in ihrer Heimatstadt ihren acht Jahre alten Rekord von Rom 1994 (1:56,78) in die Vergangenheit und markierte für die Schwimm-Welt eine neue Bestmarke.

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen. Im Ziel weinte sie Tränen des Glücks: «Ich hätte mich am liebsten aus der Halle gestohlen», sagte sie, «jeder hat vom Weltrekord gesprochen, jeder hat ihn erwartet. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass ich ihn heute schwimme.»

Auch Thomas Rupprath ist zu seinem zweiten Einzeltitel geschwommen. Der Wuppertaler siegte über 100 m Schmetterling in 51,94 Sekunden vor den Ukrainern Andrej Serdinow (52,17) und Denis Silantjew (52,36). Seinen Europarekord von den deutschen Meisterschaften im Mai in Warendorf (51,88) verfehlte der 25-jährige Rupprath allerdings.

Bei Franziska von Almsick war zur Entspannung Musik angesagt. Die Kopfhörer hielten alles andere von ihr fern. Volle Konzentration schon Stunden vorher. Ihre Eltern und Großeltern saßen auf der Tribüne, aber sie wusste es nicht. Das Publikum in der mit 4500 Besuchern und Athleten voll besetzten Berliner Halle tobte, als Franziska van Almsick das Rennen gegen sich selbst aufnahm. Eintrittskarten zum Preis von 20 Euro wurden auf dem Schwarzmarkt für 50 Euro gehandelt.

«Franzi» schwamm unter dem Jubel der Fans zu einem unglaublichen Start-Ziel-Sieg. Um 14/100 Sekunden verbesserte sie ihren Weltrekord. Der Druck, der auf ihr lastete, war riesig. «Ich habe versucht, mich davon freizumachen.» Gar nicht so einfach: «Ich war total fertig, mir war heute Mittag schlecht und schwindelig, ich hatte Kopfschmerzen.» Im Ziel stieß sie jubelnd die Arme in den Himmel.

Die Berlinerin feierte nach zwei Mal Staffel-Gold und dem Sieg über 100 m Freistil bereits ihren vierten Titel von Berlin. Zum Abschluss an diesem Sonntag will sie mit der Lagen-Staffel die fünfte Goldmedaille an Land ziehen. Als 15-Jährige hatte sie 1993 in Sheffield sechs Mal Gold gewonnen.

Am Sonntag soll die Stunde von Sandra Völker schlagen. Die 28 Jahre alte Hamburgerin will Gold über 50 m Rücken holen. Mit 28,82 Sekunden schwamm die Weltrekordlerin von der SG Hamburg als Halbfinal-Zweite locker in den Endlauf. Schneller war in 28,71 Sekunden nur Titelverteidigerin Nina Schiwanewskaja (Spanien). Sandra Völker hält seit dem 17. Juni 2000 in 28,25 den Weltrekord, den sie damals im selben Becken aufstellte. Janine Pietsch (Riesa) steht ebenfalls im Endlauf.





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