| «Franzi»-Festival:
Gold mit Weltrekord - Zweiter Titel für Rupprath . |
||||||||
|
![]()
Berlin (dpa) - Gold mit unglaublichem Weltrekord: Franziska von Almsick hat sich selbst besiegt. In 1:56,64 Minuten löschte die Berlinerin bei den Europameisterschaften in ihrer Heimatstadt ihren acht Jahre alten Rekord von Rom 1994 über 200 m Freistil. Im Ziel weinte sie Tränen des Glücks: «Ich hätte mich am liebsten aus der Halle gestohlen», sagte sie, «jeder hat vom Weltrekord gesprochen, jeder hat ihn erwartet. Ich habe es nicht für möglich gehalten, dass ich ihn heute schwimme.» Ein Traum war in Erfüllung gegangen. Thomas Rupprath holte Gold über 100 m Schmetterling, Anne Poleska überraschte mit Silber über 200 m Brust. Moritz Zimmer, Stefan Pohl, Lars Conrad und Stefan Herbst schwammen über 4 x 200 m Freistil zu Silber hinter Italien. Das Publikum in der mit 4500 Besuchern und Athleten voll besetzten Berliner Halle tobte, als Franziska van Almsick das Rennen gegen sich selbst aufnahm. Ihre Eltern waren da, ihre Großeltern. Der Druck, der auf ihr lastete, war riesig. «Ich war total fertig, mir war heute Mittag schlecht und schwindelig, ich hatte Kopfschmerzen.» Und danach dachte sie zurück: «Vielleicht würde ich mit dieser Leistung heute hier nicht stehen, wenn die zurückliegenden, teilweise schlimmen sieben Jahre nicht gewesen wären.» Die Berlinerin feierte nach zwei Mal Staffel-Gold und dem Sieg über 100 m Freistil bereits ihren vierten Titel von Berlin. Zum Abschluss am will sie mit der Lagen-Staffel die fünfte Goldmedaille an Land ziehen. Dann soll auch Bundesinnenminister Otto Schily in der Halle sein. Der Politiker hatte per Telegramm van Almsick und Rupprath zu ihren Erfolgen gratuliert. Rupprath wollte den Weltrekord des Australiers Michael Klim von 51,81 über 100 m Schmetterling knacken. In 51,94 Sekunden holte er sich nach seinem Sieg über 50 m Rücken seinen zweiten EM-Titel auf der Langbahn. Der ehemalige Neusser war überhaupt nicht traurig über den verpassten Weltrekord: «Ich kann zwar kaum noch stehen, aber ich bin überglücklich.» Kein Wunder, zitterte der Europarekordler vor dem Start noch mächtig: «Ich war aufgeregt, super-nervös wie noch nie.» Kurzbahn-Europameisterin Anne Poleska aus Krefeld musste in 2:27,37 Minuten über 200 m Brust nur der Österreicherin Mirna Jukic (2:25,83) den Vortritt lassen. «Das Publikum hier ist Wahnsinn. Man steht auf dem Startblock, und alle toben.» US-Studentin Anne Poleska fühlte sich derart beflügelt, dass sie sich zu Silber «tragen» ließ. Am Sonntag soll die Stunde von Sandra Völker schlagen. Die 28 Jahre alte Hamburgerin will Gold über 50 m Rücken. Mit 28,82 Sekunden schwamm die Weltrekordlerin von der SG Hamburg am Samstag als Halbfinal-Zweite locker in den Endlauf. Schneller war in 28,71 Sekunden nur Titelverteidigerin Nina Schiwanewskaja (Spanien). Auch die Weltmeisterschafts-Zweite Annika Mehlhorn aus Baunatal hat eine Medaille im Visier. Sie schwamm über 200 m Schmetterling als Halbfinal-Zweite sicher in das Finale. Über 50 m Freistil schieden der deutsche Meister Stephan Kunzelmann (Hannover) und Jens Thiele (Hamburg) ebenso im Zwischenlauf aus wie bei den Frauen Britta Steffen aus Schwedt. Dagegen steht Katrin Meißner nach 25,47 Sekunden als Halbfinal-Vierte im Endlauf. Sächsischer
Schwimm-Verband e.V., Mainzer Straße 17, 04109 Leipzig |