Drei Sachsen sichern Ticket zur Kurzbahn-EM
  

Weltrekorde fallen erfahrungsgemäß häufig dann, wenn man am wenigsten damit rechnet. So war es auch bei Thomas Ruppraths Bestmarke bei den deutschen Kurzbahn-Meisterschaften in Goslar über 50 m Rücken. Der Wuppertaler Schwimm-Profi wollte einfach seinen jungen Staffel-Kollegen einen großen Vorsprung mit auf den Weg geben. "Ich hatte ja noch die 200 m Schmetterling in den Knochen. Deshalb rechnete ich mit einer Zeit um die 23,7 s", so der 25-Jährige.

Doch dann leuchteten 23,23 s auf - damit steigerte er nach seinen zwei Europarekorden am Vortag nun auch die Weltbestmarke des Australiers Matt Welsh um acht Hundertstel. "Ich bin ganz locker an die Staffel rangegangen, dabei kam ein optimales Rennen heraus", sagte der deutsche Vorzeigeschwimmer, der sich innerhalb der letzten zwölf Monate auf dieser Sprintstrecke um eine halbe Sekunde (!) verbesserte. Rupprath düst nun mal eben zum Weltcup nachMelbourne, um schon vom 12. bis 15. Dezember bei der Kurzbahn-EM in Riesa wieder vor heimischem Publikum zu glänzen.

Dass die nationalen Titelkämpfe auf der 25-m-Bahn auch ohne Superstar Franziska van Almsick - sie bestreitet erst Ende Januar ihren ersten Saisonwettkampf - auf hohem Niveau standen, lag unter anderem an den sächsischen Assen. Drei von ihnen sind definitiv beim EM-Heimspiel in knapp zwei Wochen am Start: Janine Pietsch (SCRiesa), die über 50 m Rücken überraschend die Hamburgerin Sandra Völker bezwang. Ihr Klubkollege Jens Kruppa, der drei Einzeltitel errang und über 100 m Lagen bis auf wenige Hundertstel an seinen Deutschen Rekord heranschwamm. Und der Chemnitzer Stev Theloke, der als Sieger über 200 m Rücken zwar knapp die Richtzeit des Verbandes verfehlte, aber von Sportdirektor RalfBeckmann bereits nach den 50 m Rücken ins Team berufen wurde.

"Kruppa hat in die Wand gebissen", sagte Beckmann nach der erstenWende des Lagen-Finals. Dieser Spruch war auf den völlig missglückten Anschlag des 26-Jährigen nach demSchmetterlings-Abschnitt bezogen. Doch der Riesaer, der 1999 bereits auf dem obersten EM-Treppchen gestanden hatte, weiß nun genau, dass er im mobilen Schwimmbecken der Erdgasarena noch ein ganzes Stück schneller schwimmen kann.

Darauf hofft auch Stev Theloke, der über 200 m Rücken auf den allerletzten Metern wieder einmal dank seiner Armlänge dem wieder erstarkten Sebastian Halgasch den Sieg noch wegschnappte. "Ich habe mir diesmal das Rennen gut eingeteilt, konnte noch einmal zulegen", freute sich der Ex-Dresdner, der über die Station Leipzig-Leutzsch vor 16 Monaten in Riesa landete. Als Zweitplatzierter ohne Norm muss er freilich um das EM-Heimspiel zittern. "Ich denke nicht, dass es klappt. Dann müsste der DSV noch viele andere Ausnahmen machen", so der 21-Jährige. Ob sein kostensenkendes Heimschläfer-Angebot den Verband bei der heutigen Nominierung überzeugt, ist fraglich.

Frank Schober, Goslar





Sächsischer Schwimm-Verband e.V., Mainzer Straße 17, 04109 Leipzig
Telefon: +49 (341) 980 93 11 / Telefax: +49 (341) 980 93 13
© 1998-2006 Copyright by Webmaster