Silber für «Zwillinge» Wels/Schellenberg
Deutscher Verband zählt bereits sechs Medaillen

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Von Dietmar Fuchs
Die Deutschen Andreas Wels und Tobias Schellenberg bei einem Wertungssprung im Synchronspringen vom 3m-Brett am Donnerstag (01.08.2002) bei den 26. Schwimm-Europameisterschaften im Berliner Europasportpark.

Berlin/dpa. Die ungleichen «Zwillinge» Andreas Wels und Tobias Schellenberg haben die Erfolgsgeschichte der deutschen Kunst- und Turmspringer bei der EM in Berlin nahtlos fortgesetzt. Mit Silber im Synchron-Wettbewerb vom 3-m-Brett fischten der 27-jährige Wels (Halle/Saale) und der vier Jahre jüngere Leipziger Schellenberg am Donnerstag im siebten Wettbewerb bereits die sechste Medaille für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) aus dem Becken.

Die Europameister von Helsinki 2000 und WM-Fünften von Fukuoka 2001 erzielten mit 350,25 Zählern persönliche Höchstpunktzahl, doch gegen die Russen Dimitri Sautin/Dimitri Baibakow (360,33) gab es im dritten Durchgang einen kleinen Wackler, das deutsche Duo fiel von Platz eins auf zwei zurück. «Wir sind zufrieden mit Silber, hatten aber Gold angepeilt. Gegen Sautin und Baibakow kannst du dir einfach keinen Fehler erlauben», sagte Wels nach dem spannenden Wettbewerb, in dem die italienischen Brüder Nicola und Tommaso Marconi (330,51) Dritte wurden. Tobias Schellenberg wollte nur noch eines: «Ich bin glücklich und froh, jetzt endlich in die Ferien zu kommen.»

Beim Einspringen zelebrierten Wels/Schellenberg den später leicht verwackelten eineinhalbfachen Auerbachsalto mit dreieinhalb Schrauben noch perfekt. «Da sind wir von den Stühlen aufgestanden», sagte Bundestrainerin Ursula Klinger. Doch als es um Gold und Silber ging, mangelte es Wels/Schellenberg ein wenig an Synchronität, die Führung und der Titel waren dahin. Trotzdem schwärmte Christa Thiel von den Erfolgen der deutschen Springer: «Ganz, ganz prima. Die sind ja völlig aus dem Häuschen», kommentierte die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) die Zwischenbilanz vor den letzten drei Wettbewerben: Drei Titel, zwei zweite Plätze und ein dritter Rang - das kann sich sehen lassen.

Wels verdankt die Fortsetzung der gemeinsamen sportlichen Karriere seinem Partner Schellenberg. Vor eineinhalb Jahren prallte der Ältere bei einem Lehrgang in Berlin mit dem Kopf ans Brett, wurde bewusstlos, schwebte kurzzeitig in Lebensgefahr. Schellenberg leistete erste Hilfe, Wels erholte sich wieder und überwand spätestens mit EM-Silber im Einzelspringen vom «Dreier» sein Trauma.





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