Berlin/dpa. Die ungleichen
«Zwillinge» Andreas Wels und Tobias Schellenberg haben die Erfolgsgeschichte
der deutschen Kunst- und Turmspringer bei der EM in Berlin nahtlos
fortgesetzt. Mit Silber im Synchron-Wettbewerb vom 3-m-Brett fischten
der 27-jährige Wels (Halle/Saale) und der vier Jahre jüngere Leipziger
Schellenberg am Donnerstag im siebten Wettbewerb bereits die sechste
Medaille für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) aus dem Becken.
Die Europameister von Helsinki 2000 und WM-Fünften von Fukuoka
2001 erzielten mit 350,25 Zählern persönliche Höchstpunktzahl,
doch gegen die Russen Dimitri Sautin/Dimitri Baibakow (360,33)
gab es im dritten Durchgang einen kleinen Wackler, das deutsche
Duo fiel von Platz eins auf zwei zurück. «Wir sind zufrieden mit
Silber, hatten aber Gold angepeilt. Gegen Sautin und Baibakow
kannst du dir einfach keinen Fehler erlauben», sagte Wels nach
dem spannenden Wettbewerb, in dem die italienischen Brüder Nicola
und Tommaso Marconi (330,51) Dritte wurden. Tobias Schellenberg
wollte nur noch eines: «Ich bin glücklich und froh, jetzt endlich
in die Ferien zu kommen.»
Beim Einspringen zelebrierten Wels/Schellenberg den später leicht
verwackelten eineinhalbfachen Auerbachsalto mit dreieinhalb Schrauben
noch perfekt. «Da sind wir von den Stühlen aufgestanden», sagte
Bundestrainerin Ursula Klinger. Doch als es um Gold und Silber
ging, mangelte es Wels/Schellenberg ein wenig an Synchronität,
die Führung und der Titel waren dahin. Trotzdem schwärmte Christa
Thiel von den Erfolgen der deutschen Springer: «Ganz, ganz prima.
Die sind ja völlig aus dem Häuschen», kommentierte die Präsidentin
des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) die Zwischenbilanz vor den
letzten drei Wettbewerben: Drei Titel, zwei zweite Plätze und
ein dritter Rang - das kann sich sehen lassen.
Wels verdankt die Fortsetzung der gemeinsamen sportlichen Karriere
seinem Partner Schellenberg. Vor eineinhalb Jahren prallte der
Ältere bei einem Lehrgang in Berlin mit dem Kopf ans Brett, wurde
bewusstlos, schwebte kurzzeitig in Lebensgefahr. Schellenberg
leistete erste Hilfe, Wels erholte sich wieder und überwand spätestens
mit EM-Silber im Einzelspringen vom «Dreier» sein Trauma.
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